Forschungsschwerpunkt I: Neue/zeitgenössische Musik
Das zeitgenössische Musikschaffen und die Beschäftigung mit historischer Neuer Musik ist für Lehre und Forschung der HSM zentral: Die Hochschule verfügt über ein Elektronisches Studio und ein eigenes Ensemble für Neue Musik, international renommierte Komponisten (Georg Friedrich Haas, Erik Oña, Balz Trümpy, Jakob Ullmann) und Interpreten (Thomas Demenga, Christian Dierstein, Felix Renggli, Stephan Schmidt, Geneviève Strosser, Marcus Weiss, Matthias Würsch) der zeitgenössischen Musik lehren an unserem Haus, in den letzten Jahren hatten Komponisten/Interpreten wie Péter Eötvös, Beat Furrer, Heinz Holliger, Klaus Huber Gastprofessuren inne.
Die starke Kompetenz in diesem Bereich ermöglicht den grossen Forschungsschwerpunkt Neue Musik, der fünf Forschungsfelder umfasst: «Grundlagenforschung», «Laboratorium: Interpretation Neuer Musik», «Instrumentarium der Neuen Musik», «Kommunikation Mensch und Maschine» und «Improvisation».
Forschungsfeld A Grundlagenforschung
Grundlagenforschung im Bereich Neue Musik dient dazu, Voraussetzungen zur musikpraktischen und wissenschaftlichen Interpretation historischer Neuer Musik und neu entstehender Musik zu schaffen. Neben monographischen Arbeiten gilt das Interesse grundlegenden Phänomenen des zeitgenössischen Musikschaffens.
Projekte:
- Intermediales Komponieren: Die Musik von Roman Haubenstock-Ramati
- Paradoxa. Widersinne in der Neuen Musik
Forschungsfeld B: Aufführungspraxis der Neuen Musik
In diesem Forschungsfeld werden spezifische Aufführungsfragen der Neuen Musik untersucht. Zielsetzungen sind die Erforschung der Aufführungsschriften der Neuen Musik im Laboratorium musikalischer Praxis, die Entwicklung verbesserter Editionen Neuer Musik sowie die anwendungsorientierte Darstellung und Reflexion historischer Aufführungssituationen.
Projekte:
Forschungsfeld C Instrumentarium der Neuen Musik
Die Kreation und Produktion von Neuer Musik ist sehr oft verbunden mit der Erforschung eines spezifischen Instrumentariums, und zwar in der Auseinandersetzung mit «neuen» Spieltechniken auf «traditionellen» Instrumenten wie auch mit einem völlig neu entstehenden Instrumentarium mit bisweilen sehr ungewöhnlichen Klangobjekten. Zielsetzung der Projekte dieses Forschungsfelds ist es, spezifische Instrumentaria und Spieltechniken zu erforschen, um anregend auf die heutige Spiel- und Komponierpraxis zu wirken. Die Erforschung von Klangkörpern der Musik des 20. Jahrhunderts erfolgt vor dem Hintergrund einer «historisch informierten Aufführungspraxis der Neuen Musik».
Projekte:
Forschungsfeld D Kommunikation Mensch und Maschine
Ein wichtiger Aspekt der Arbeit im Elektronischen Studio der Hochschule für Musik Basel liegt in der Erforschung und Optimierung der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Die grosse kulturelle und gesellschaftliche Relevanz dieses Forschungsfelds zeigt sich in der Anwendungsoffenheit mancher Vorhaben aus diesem Bereich: Die Entwicklung innovativer Konzepte, von Interfaces, Software und Hardware dienen nicht allein der Verbesserung der musikalischen Praxis, sondern entfalten Entwicklungspotential darüber hinaus.
Projekte:
- Entwicklung von Spatialisationsalgorithmen für BEAST
- IRMAT (Infrared Multi Action Tracker)
- Notation of Timed Events (NOTE~ for Max)
Forschungsfeld E Improvisation
Aufgrund der philologischen und dadurch schriftgebundenen Ausrichtung musikologischer Forschung stellen improvisative musikalische Handlungen bisher nicht mitten im Zentrum wissenschaftlichen Interesses. In ihrem Ansatz sucht die Abt. Forschung & Entwicklung aktuell stattfindende musikalische Improvisation und die wissenschaftliche Diskussion zu verbinden. Diskussion und Praxis sind stark kontextorientiert: die Relevanz «improvisatorischen Handelns» ist auch ausserhalb des Musikalischen zu untersuchen.
Projekt:

