Intermediales Komponieren: Die Musik von Roman Haubenstock-Ramati

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Haubenstock-RamatiForschungsschwerpunkt: Neue Musik
Forschungsfeld: Grundlagenforschung (graphische Notation, „dynamisch geschlossene Form“, Interpretationsforschung, Exil-Kunst)
Forschungsteam: Thomas Schäfer (Leitung), Michael Kunkel, Meike Olbrich
Projektdauer: 2008-2010
Publikation: Michael Kunkel und Thomas Schäfer (Hrsg.), Intermediales Komponieren: Die Musik von Roman Haubenstock-Ramati, Saarbrücken: Pfau-Verlag 2010 (i.V.).
Partner: Paul Sacher Stiftung, Basel, Pfau-Verlag Saarbrücken

Aus Anlass des Studienjahrs 2007/08 mit Beat Furrer als Gastprofessor an der HSM lancierte die Abt. F&E einen Forschungsauftrag zur grundlegenden Erschliessung der Musik von Roman Haubenstock-Ramati (1919-1994) – als Schüler von Haubenstock-Ramati ist Furrer als Komponist wie als Interpret dessen Musikdenken stark verpflichtet. Das Werk von Roman Haubenstock-Ramati ist ein Beispiel für einen blinden Flecken in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts: Wiewohl als anerkannt gilt, dass seine Musik zu den substantiellen Leistungen der Musik des 20. Jahrhunderts zu zählen ist, wird sie kaum rezipiert. 

Der verschlungene Lebensweg Haubenstock-Ramatis führte von Krakau über sowjetische Kriegsgefangenschaft zunächst wieder zurück nach Krakau, dann über Tel Aviv und Paris schliesslich nach Wien, wo er bis zu seinem Tod wirkte. Sein ästhetischer Ansatz eines „Intermedialen Komponierens“ ist von grosser Aktualität: Zumal seine Auseinandersetzung mit musikalischer Graphik und das Konzept der „dynamisch geschlossenen Form“ führt in einen Zwischenbereich der Künste (vor allem bildende Kunst, Literatur, Musik), in dem von „Musik“ im üblichen Sinn nicht mehr die Rede sein kann. Der Beitrag Haubenstock-Ramatis zu einer Erweiterung und Neulagerung des Begriffs von „Musik“ ist in Forschung und Praxis bisher nicht erkannt worden. 

Ziel des Projekts ist eine umfassende Darstellung der Musik und des Musikdenkens Haubenstock-Ramatis in einem Gesamtüberblick mit einigen exemplarisch gesetzten Schwerpunkten. Die Forschungsarbeit stützt sich auf eingehendes Quellenstudium der Dokumente der Sammlung Roman Haubenstock-Ramati im Archiv der Paul Sacher Stiftung, Basel (die das Projekt durch ein Forschungsstipendium unterstützt), in den Archiven der Universal Edition Wien und des Österreichischen Rundfunks, sowie auf zahlreiche Gespräche mit Zeitzeugen. Ergebnis ist eine Buchveröffentlichung, die neben der umfassenden Darstellung von Haubenstock-Ramatis Ästhetik zahlreiche Dokumente (Musik-Manuskripte, Graphiken, Briefe, Vorträge und Gespräche) beinhaltet. Diese beim Pfau-Verlag Saarbrücken im Jahr 2009 erscheinende Publikation versteht sich als Grundlage bzw. Impulsgeber zur Interpretation und weiteren Erforschung der Musik Roman Haubenstock-Ramatis.